Der Karner von Arbesthal befindet sich im ummauerten Friedhof bei der Pfarrkirche und gehört zu den erhaltenen mittelalterlichen Bauwerken des Ortes. Der rechteckige Bau diente ursprünglich als Beinhaus, in dem die bei einer Neubelegung des Friedhofs geborgenen Gebeine aufbewahrt wurden. Unter dem Gebäude befindet sich ein gewölbter Beinraum. Im Jahr 1865 wurde der Karner teilweise wiedererrichtet und später zu einem Totenhaus beziehungsweise einer Aufbahrungshalle umgestaltet.
Das Gebäude ist unmittelbar in die Kirchhofmauer eingebunden. Sein teilweise regelmäßig geschichtetes Bruchsteinmauerwerk und die kleinen Rundbogenfenster an der Nord- und Südseite verweisen auf den mittelalterlichen Ursprung. Die Fensteröffnungen werden von jeweils aus einem Stein gefertigten Bogensteinen abgeschlossen, wurden jedoch vermutlich erst nachträglich an ihre heutige Stelle versetzt. Trotz der späteren Veränderungen ist die ursprüngliche Funktion des Karners als Bestandteil des historischen Friedhofsensembles noch deutlich erkennbar. Gemeinsam mit der Pfarrkirche und der Kirchhofmauer bildet er ein bedeutendes Zeugnis der mittelalterlichen Sakral- und Bestattungskultur in Arbesthal.