Die Nepomukkapelle in Mauerbach ist ein barockes Kleinbauwerk aus dem frühen 18. Jahrhundert und wurde um das Jahr 1722 errichtet. Sie gehört zu den typischen offenen Baldachinkapellen, die in dieser Zeit vor allem zu Ehren des heiligen Johannes Nepomuk entstanden sind, eines der bedeutendsten Brücken- und Wasserheiligen Mitteleuropas. Die Kapelle ist allseitig durch Rundbogenöffnungen geöffnet und wird von Pfeilern getragen, wodurch sie einen pavillonartigen, leicht wirkenden Charakter erhält, der zugleich Schutz und Sichtbarkeit für die zentrale Figur bietet.
Im Inneren befindet sich die Statue des heiligen Johannes Nepomuk, der traditionell als Märtyrer dargestellt wird und als Schutzpatron gegen Wassergefahren gilt, was die Errichtung solcher Kapellen häufig in der Nähe von Wegen, Brücken oder Gewässern erklärt. Die Anlage ist von einer niedrigen Balustrade umgeben, die den sakralen Bereich vom umgebenden Raum abgrenzt und zugleich als gestalterisches Element dient. Auf dieser Balustrade befinden sich dekorative Aufsätze, darunter auch plastisch ausgearbeitete Puttenköpfe, die als sogenannte Cherubim ein typisches Motiv der barocken Kunst darstellen und die Verbindung zur himmlischen Sphäre symbolisieren.
Die Kapelle ist ein Beispiel für die religiöse Volkskultur und Frömmigkeit der Barockzeit, in der solche Andachtsorte nicht nur der Verehrung von Heiligen dienten, sondern auch als sichtbare Zeichen des Glaubens im Landschaftsraum fungierten. Ihre architektonische Gestaltung verbindet dabei Funktion und Symbolik, indem sie den Heiligen ins Zentrum stellt und zugleich durch ihre offene Bauweise zur Andacht einlädt. Bis heute stellt die Nepomukkapelle in Mauerbach ein kulturhistorisch bedeutendes Denkmal dar, das sowohl die Kunstauffassung als auch die religiöse Praxis des 18. Jahrhunderts widerspiegelt.