Die Statue des heiligen Florian in der Florianigasse 9 in Traismauer ist ein denkmalgeschützter spätbarocker Figurenbildstock aus dem Jahr 1779. Sie befindet sich am Florianiplatz und gehört zu den qualitätsvollen Kleindenkmälern der Stadt. Dargestellt ist der heilige Florian als römischer Soldat und Märtyrer, der als Schutzheiliger gegen Feuer verehrt wird. Wie ikonografisch üblich, gießt er Wasser über ein brennendes Gebäude und verkörpert damit den Schutz vor Brandgefahr.

Die Figur erhebt sich über einem reich gestalteten Rokoko-Postament. Der Sockel ist leicht gebaucht und mit geschwungenen Voluten, Rocaille-Ornamenten und dekorativen Kartuschen versehen. Die plastische Ausarbeitung zeigt eine hohe handwerkliche Qualität und entspricht dem Stil des späten 18. Jahrhunderts.

Besonders bemerkenswert ist das ikonografische Programm des Sockels. Auf der Vorderseite befindet sich ein Relief der heiligen Rosalia, die als Einsiedlerin dargestellt ist und ebenfalls als Schutzheilige gegen Seuchen gilt. Auf einer Seitenfläche ist der heilige Rochus als Pilger mit Stab zu sehen, ein weiterer Pestheiliger, der traditionell um Schutz vor Epidemien angerufen wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite erscheint der heilige Sebastian, halb entkleidet an einen Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt, ebenfalls ein klassischer Schutzheiliger gegen die Pest.

Damit vereint das Denkmal mehrere Schutzpatrone: Florian als Beschützer vor Feuer sowie Rosalia, Rochus und Sebastian als Fürsprecher gegen Seuchen. Diese Kombination entspricht einem typischen barocken Schutzheiligenprogramm des 18. Jahrhunderts, das sowohl vor Brandkatastrophen als auch vor Krankheiten Schutz erbitten sollte. Das Denkmal ist somit nicht nur ein kunsthistorisch bedeutendes Werk des Spätbarock, sondern auch ein eindrucksvolles Zeugnis der Frömmigkeit und der existenziellen Bedrohungen jener Zeit.

Objektfotos
Niederösterreich 3D - Traismauer - Hl. Florian
Niederösterreich 3D - Traismauer - Hl. Florian

Standort



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