In Rust im Tullnerfeld befindet sich ein Gedenkstein, der an den Österreichischen Staatsvertrag von 1955 erinnert. Das Denkmal besteht aus einem großen, naturbelassenen Findling, der auf einem niedrigen Sockel aus grob behauenen Steinquadern ruht und durch seine schlichte, massive Form Beständigkeit und historische Schwere ausdrückt. In die Vorderseite des Steins ist eine dunkle Steinplatte eingelassen, die die Inschrift „Österreich ist frei – 15.5.1955“ trägt. Darunter sind die eingravierten Unterschriften der Außenminister der vier alliierten Besatzungsmächte sowie von Leopold Figl zu sehen, ergänzt durch mehrere rote Wachssiegel, die symbolisch auf die Originalurkunden des Staatsvertrags verweisen. Am unteren Rand der Platte finden sich die Signatur des Künstlers und die Jahreszahl 2019.

Der Österreichische Staatsvertrag wurde am 15. Mai 1955 im Schloss Belvedere in Wien unterzeichnet und beendete die seit 1945 bestehende alliierte Besatzung Österreichs. Mit ihm erhielt die Republik ihre volle staatliche Souveränität zurück und schuf die Grundlage für die immerwährende Neutralität. Unmittelbar nach der Unterzeichnung sprach Leopold Figl vom Balkon des Oberen Belvedere die Worte „Österreich ist frei“, die sich rasch zu einem der prägendsten Sätze der österreichischen Zeitgeschichte entwickelten. Sie stehen bis heute symbolisch für das Ende der Nachkriegszeit, den Wiederaufbau des Staates und den Beginn einer eigenständigen politischen Entwicklung, deren Bedeutung durch Gedenkorte wie jenen in Rust im Tullnerfeld dauerhaft im öffentlichen Raum verankert bleibt.

Objektfotos
Niederösterreich 3D - Michelhausen - Staatsvertrag
Niederösterreich 3D - Michelhausen - Staatsvertrag

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