Die Statue des heiligen Paulus steht an der historischen Pfarrstiege in der Berggasse in Mistelbach und gehört zu den markanten barocken Kleindenkmälern am Aufgang zur Pfarrkirche St. Martin auf dem Kirchberg. Die Stiege bildet seit Jahrhunderten einen wichtigen Zugang zur Kirche und wurde im Jahr 1724 erneuert. Als Teil dieser barocken Gestaltung wurden am Aufgang zwei Apostelfiguren aufgestellt: der heilige Petrus und der heilige Paulus, die als zentrale Gestalten der frühen Kirche gelten und häufig gemeinsam dargestellt werden. Heute gehört das Ensemble aus Stiege und Figuren zu den denkmalgeschützten Objekten der Stadt Mistelbach.
Die Figur des heiligen Paulus zeigt die typischen Attribute des Apostels. In der Hand hält er ein Schwert, das auf sein Martyrium in Rom verweist, sowie ein Buch, das auf seine zahlreichen Briefe im Neuen Testament hinweist. Diese Darstellungsweise ist in der barocken Kunst weit verbreitet und macht die Figur eindeutig als den Apostel Paulus erkennbar.
Geschaffen wurde die Statue im 18. Jahrhundert vom Bildhauer Johann Martin Fischer, einem bedeutenden österreichischen Bildhauer der Spätbarockzeit, der vor allem in Niederösterreich und Wien tätig war. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine lebendige Bewegung der Figuren, reiche Faltenwürfe und eine ausdrucksstarke Gestaltung der Gesichter aus, was auch bei der Mistelbacher Paulusfigur deutlich erkennbar ist.