Das Friedhofskreuz in Breitenfurt bei Wien, auch „Giuliani-Kreuz“ genannt, ist ein barockes Steinkruzifix auf dem Friedhof des ehemaligen Armenspitals in der Stelzerbergstraße 15. Das Kreuz zeigt den gekreuzigten Christus in ausdrucksstarker, bewegter Haltung, wie sie für die barocke Bildhauerei typisch ist. Der Körper ist anatomisch sorgfältig modelliert, das Haupt mit Dornenkrone leicht zur Seite geneigt, und das Lendentuch fällt in lebhaften, weich gearbeiteten Falten. Die plastische Durchbildung und die emotionale Darstellung verleihen der Figur eine eindringliche spirituelle Wirkung und machen das Werk zu einem qualitätvollen Beispiel barocker Frömmigkeitskunst in Niederösterreich.
Das Kruzifix wurde bereits 1736 urkundlich erwähnt und wird aufgrund stilistischer Merkmale dem aus Venedig stammenden Barockbildhauer Giovanni Giuliani zugeschrieben. Giuliani war seit dem späten 17. Jahrhundert in Wien und Niederösterreich tätig und prägte die regionale Skulptur maßgeblich; besonders eng war er mit dem Stift Heiligenkreuz verbunden, wo er ab 1711 als Laienbruder lebte und zahlreiche Werke schuf. Obwohl keine direkte Auftragsurkunde für das Breitenfurter Kreuz erhalten ist, gilt die Zuschreibung in der Denkmalpflege als anerkannt. Heute steht das Kreuz unter Denkmalschutz und ist ein bedeutendes Zeugnis barocker Sakralkunst im Wiener Umland.